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Ordertypen einfach erklärt: Was beim Börsenauftrag zählt
Ordertypen einfach erklärt: Wie ein Börsenauftrag ausgeführt wird, ob Preis oder Ausführung feststehen und was im Formular der Bank steht.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Auftrag kann den Preis begrenzen oder die Ausführung in den Vordergrund stellen, aber nicht beides zugleich.
- Ein Stop-Auftrag wartet auf einen Auslöser. Danach wird er bei SIX zum unlimitierten Auftrag (Stop Loss) oder zum limitierten Auftrag (Stop Limit).
- Die Gültigkeit bestimmt, wie lange ein Auftrag offen bleibt. Ein nicht ausgeführter Auftrag verfällt am Ende der Gültigkeit.
- Bei einer Kurslücke kann ein ausgelöster Stop Loss deutlich unter dem Auslösekurs ausgeführt werden. Ein Stop Limit kann ganz unausgeführt bleiben. Verluste sind in beiden Fällen möglich.
Ein Börsenauftrag legt fest, zu welchem Preis und wie lange ein Kauf oder Verkauf gelten soll. Die Ordertypen (Auftragsarten) können den Preis begrenzen oder die Ausführung in den Vordergrund stellen, aber nicht beides zugleich. Vier häufige Ordertypen an der Schweizer Börse sind Marktauftrag, Limit, Stop Loss und Stop Limit. Datenstand: 29. Oktober 2026.
Kurz erklärt
Auftrag (Order)
SIX
Limite
Auslöser (Trigger)
Kurslücke
Wie ein Auftrag im Orderbuch (der Liste der offenen Kauf- und Verkaufsaufträge) auf ein passendes Gegenangebot trifft, erklärt der Beitrag zur Geld-Brief-Spanne. Hier geht es um die Auswahl im Formular.
Ordertypen im Überblick: Preis oder Ausführung
SIX nennt einen Marktauftrag «unlimitiert», einen Auftrag mit Preisgrenze «limitiert». Banken und Broker benennen Aufträge nicht einheitlich. SIX nennt den Marktauftrag «unlimitiert» oder «Bestens», andere Anbieter «Market-Order»; der Limitauftrag heisst oft «Limit-Order». Entscheidend ist, was hinter dem Namen steht.
| Auftragsart (Begriff bei SIX) | Was passiert | Preis garantiert? | Ausführung garantiert? |
|---|---|---|---|
| Marktauftrag («unlimitiert», «Bestens») | Kauf oder Verkauf sofort zum aktuellen Marktpreis | Nein | Laut SIX sehr sicher; Preis nicht festgelegt |
| Limitauftrag («limitiert») | Kauf nur zur Limite oder tiefer, Verkauf nur zur Limite oder höher | Preisgrenze ja | Nein |
| Stop Loss (nach Auslösung unlimitiert) | Wartet auf den Auslöser, danach läuft ein Marktauftrag | Nein | Nach Auslösung wie beim Marktauftrag; Preis nicht festgelegt |
| Stop Limit (nach Auslösung limitiert) | Wartet auf den Auslöser, danach läuft ein Limitauftrag | Preisgrenze ja | Nein |
Die Tabelle zeigt: Wo der Preis begrenzt ist, kann die Ausführung ausbleiben. Wo die Ausführung im Vordergrund steht, ist der Preis offen.
Wie funktionieren Marktauftrag und Limit?
Der Marktauftrag ist die einfachste Form. Er soll sofort ausgeführt werden, der Preis ergibt sich aus dem Markt. Die Ausführung ist laut SIX sehr sicher, der Preis aber nicht festgelegt. Bei stark schwankenden oder wenig gehandelten Titeln kann der Preis laut SIX spürbar vom zuletzt angezeigten Kurs abweichen.
Beim Limitauftrag bestimmt die Preisgrenze das Geschehen. Ein frei gewähltes Zahlenbeispiel zur Illustration, keine Marktdaten: Wer bei einem Kurs von CHF 40 mit der Limite CHF 38 kaufen will, kauft nur zu 38 oder tiefer. Erreicht der Kurs diese Marke nicht, bleibt der Auftrag offen oder verfällt unausgeführt. Findet sich nur für einen Teil der Menge eine Gegenseite, kann auch nur dieser Teil zustande kommen.
Stop-Aufträge: Der Auslöser zählt
Ein Stop-Auftrag liegt zunächst ausserhalb des Orderbuchs. Erst wenn der Kurs den Auslöser erreicht, stellt die Börse ihn ein. Beim Verkauf wird er häufig eingesetzt, um einen Verlust zu begrenzen. Garantiert ist das nicht. Auch Käufe sind möglich, dann liegt der Auslöser über dem Kurs.
Ausgelöst wird laut einer SIX-Unterlage von 2023 durch bezahlte Preise, also durch tatsächlich zustande gekommene Abschlüsse. In Auktionen werden Aufträge gesammelt und zu einem einzigen Preis ausgeführt. Dann zählt dieser Auktionspreis. Bei ETFs (börsengehandelten Fonds), ETPs (börsengehandelten Produkten) und strukturierten Produkten (von Banken ausgegebenen Anlageprodukten) können im laufenden Handel auch die Preisstellungen der Market Maker auslösen (das sind Händler, die laufend Kauf- und Verkaufspreise nennen).
Nach Auslösung unlimitiert
Stop Loss
Nach Auslösung wird ein unlimitierter Auftrag eingestellt, der Preis ist nicht festgelegt.
Nach Auslösung limitiert
Stop Limit
Ein Limitauftrag wird eingestellt. Der Preis ist begrenzt, aber der Auftrag kann unausgeführt bleiben.
SIX bietet Stop Loss und Stop Limit seit dem 15. Mai 2023 als Aufträge für Privatanlegende an. Das Beispiel von SIX: Der Auslöser liegt bei CHF 21, die Limite eines Verkaufs bei CHF 20.50. Findet sich ab 20.50 kein Käufer, bleibt der Auftrag offen und verfällt am Ende der Gültigkeit. Laut SIX lässt sich der Preis mit einem Stop Limit kontrollieren, dafür besteht das Risiko der Nichtausführung.
Manche Banken und Broker bieten zusätzlich einen Trailing Stop an. Dabei wird der Auslöser dem Kurs nachgeführt. Ob dieser Typ verfügbar ist, zeigt das Formular.
Wie lange gilt ein Auftrag?
Die Gültigkeit legt fest, wie lange ein Auftrag offen bleibt. Laut SIX gibt es drei Varianten:
- GFD (Good-for-Day): gültig für den Tag.
- GTD (Good-till-Date): gültig bis zu einem gewählten Datum.
- GTC (Good-till-Cancelled): gültig bis zur Ausführung oder bis zur Löschung.
Für Stop-Aufträge unterstützt SIX laut einer Unterlage von 2023 die Gültigkeit bis Datum. Welche Gültigkeiten eine Bank anbietet, steht in ihrem Formular. Ein vergessener, offener Auftrag kann später noch zustande kommen, solange er gilt.
Dazu kommen zwei Zusätze. Bei Fill-or-Kill (FOK) wird der Auftrag sofort vollständig ausgeführt, sonst gar nicht. Bei Immediate-or-Cancel (IOC) verfällt eine nicht ausgeführte Restmenge sofort. Laut SIX hängt die Verfügbarkeit vom E-Banking oder Broker ab.
Das Auftragsformular der Bank
Ein Auftragsformular im E-Banking verlangt mehrere Angaben. Namen und Reihenfolge unterscheiden sich je nach Anbieter. Die Tabelle zeigt ein ausgefülltes Beispiel.
Beispiel eines Auftragsformulars (Illustration)
Fiktiver Titel, frei gewählte Werte, kein echtes Bankformular:
| Nr. | Feld | Eintrag |
|---|---|---|
| 1 | Wertpapier und Handelsplatz | Titel A, SIX |
| 2 | Kauf oder Verkauf | Kauf |
| 3 | Menge | 100 Stück |
| 4 | Auftragsart | limitiert |
| 5 | Limite | CHF 38 |
| 6 | Gültigkeit | bis Datum |
| 7 | Währung | CHF |
Handelsplatz und Zeiten (Felder 1 und 6): Der Handelsplatz ist der Ort, an dem der Auftrag ausgeführt wird. Manche Anbieter lassen ihn wählen, etwa die SIX oder einen anderen Platz. An der SIX beginnt der Handel mit Aktien um 9:00 Uhr mit einer Eröffnungsauktion, die zufällig bis zu zwei Minuten abweichen kann. Die Schlussauktion für Aktien endet gegen 17:30 Uhr. Danach läuft bis etwa 17:40 Uhr der Handel zum Schlusskurs. Andere Segmente wie ETFs haben eigene Zeiten.
Menge (Feld 3): Üblich ist die Stückzahl. Manche Anbieter erlauben auch einen Betrag.
Währung (Feld 7): Lautet der Titel nicht auf Franken, rechnet die Bank um. Wie viel das kostet, unterscheidet sich je Anbieter. Wo ein Produkt gehandelt wird, steht im Factsheet, wie der Beitrag dazu, wie man ein Factsheet liest, zeigt.
Kurslücke und offene Aufträge im Zahlenbeispiel
Im folgenden Beispiel zeigen sich die Unterschiede zwischen den Aufträgen, sobald der Kurs springt. Es ist frei gewählt und rechnet ohne Kosten.
Zahlenbeispiel (Illustration)
Ein fiktiver Titel schliesst am Tag 1 bei CHF 40. Über Nacht kommen schlechte Nachrichten. Am Tag 2 öffnet der Handel bei CHF 34, zwischen 40 und 34 gibt es keine Abschlüsse. Angenommen wird: Ein Auftrag, der ausgelöst wird, läuft zum nächsten verfügbaren Preis, hier 34. Gehalten werden 100 Stück, gekauft zu CHF 40.
Drei Aufträge am Tag 2
Zu einem historischen Kurssprung bei Devisen siehe den Beitrag zum Frankenschock 2015.
Risiken und Grenzen
- Verluste: Wertpapiere können an Wert verlieren. Kein Auftragstyp verhindert das.
- Marktauftrag: Der Preis ist nicht festgelegt und kann bei stark schwankenden oder wenig gehandelten Titeln spürbar vom angezeigten Kurs abweichen.
- Limit: Der Auftrag kann offen bleiben oder unausgeführt verfallen.
- Stop Loss: Bei einer Kurslücke kann der Verkauf deutlich unter dem Auslöser stattfinden, wie im Beispiel.
- Stop Limit: Der Preis ist begrenzt, dafür kann der Verkauf ausbleiben und der Verlust weiter wachsen.
- Auslöser: Ein eng gesetzter Auslöser kann schon bei gewöhnlichen Schwankungen ausgelöst werden.
- Vergessene Aufträge: Offene Aufträge können bis zum Ende der Gültigkeit noch zustande kommen.
- Verfügbarkeit und Regeln: Namen, Zusätze und Gültigkeiten unterscheiden sich je Bank, Broker und Börse.
Fazit
Die Ordertypen legen entweder den Preis fest oder zielen auf die Ausführung. Beim Marktauftrag und beim Stop Loss nach Auslösung ist der Preis nicht festgelegt; Preis und Ausführung lassen sich nie beide sichern. Limit und Stop Limit setzen eine Preisgrenze, können dafür unausgeführt bleiben. Im Beispiel führt ein Sprung des Kurses dazu, dass der Stop Loss zu CHF 34 verkauft und das Stop Limit offen bleibt. Die Gültigkeit entscheidet, wie lange ein Auftrag noch zustande kommen kann.
Fragen & Antworten
Häufige Fragen rund um dieses Thema, kurz beantwortet.
Was ist der Unterschied zwischen Stop-Loss und Stop-Limit?
Beide warten auf einen Auslöser. Danach stellt ein Stop Loss einen unlimitierten Auftrag ein, dessen Preis nicht festgelegt ist. Ein Stop Limit stellt einen limitierten Auftrag ein, der nur zur Preisgrenze oder besser ausgeführt wird und unausgeführt bleiben kann.
Wird ein Stop-Loss immer zum Auslösekurs ausgeführt?
Nein. Laut SIX kann ein ausgelöster Stop Loss bei schnellen Märkten oder Kurslücken zu einem deutlich schlechteren Preis als dem Auslösekurs ausgeführt werden. Im Zahlenbeispiel des Beitrags liegt der Verkaufspreis klar unter dem Auslöser.
Wie lange bleibt ein Börsenauftrag gültig?
Das legt die Gültigkeit fest. Laut SIX gibt es Aufträge für einen Tag (GFD), bis zu einem Datum (GTD) und bis zur Ausführung oder Löschung (GTC). Welche Gültigkeiten eine Bank anbietet, steht in ihrem Auftragsformular.
Was bedeuten Fill-or-Kill und Immediate-or-Cancel?
Fill-or-Kill (FOK) verlangt, dass der Auftrag sofort vollständig ausgeführt wird, sonst gar nicht. Bei Immediate-or-Cancel (IOC) verfällt eine nicht ausgeführte Restmenge sofort. Laut SIX hängt es vom E-Banking oder Broker ab, ob diese Zusätze angeboten werden.
Was passiert, wenn der Kurs die Limite nie erreicht?
Der Auftrag bleibt offen oder verfällt am Ende der Gültigkeit unausgeführt. Es kommt dann kein Kauf oder Verkauf zustande.
Wichtige Hinweise Information, keine Anlageberatung oder Kaufaufforderung. Anlagen bergen Risiken bis zum Totalverlust; vergangene Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator.
Dieser Beitrag dient ausschliesslich der allgemeinen Information und Bildung. Er stellt weder ein Angebot noch eine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar und ist keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung.
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Anlagen in Finanzinstrumente sind mit Risiken verbunden, bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals. Die vergangene Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Zahlenbeispiele dienen der Veranschaulichung und sind keine Prognose.
Angaben Dritter stammen aus als zuverlässig erachteten Quellen; für ihre Richtigkeit und Vollständigkeit wird keine Gewähr übernommen. Marktdaten beziehen sich auf den angegebenen Datenstand und können sich seither verändert haben.


