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05 December 2025

Covered Call Strategie - Was steckt dahinter

Eine umfassende Einführung in die Mechanik von Covered Calls in modernen Optionsmärkten. Wir erläutern, wie diese Strategie systematisch Erträge generiert, welches Risiko-Rendite-Profil ihr zugrunde liegt und welche Relevanz sie für ertragsorientierte Portfolios besitzt.

Strategien im Optionshandel

Derivate-Strategien werden oft mit komplexen Strukturen und Auszahlungsprofilen assoziiert, was viele Investoren davon abhält, sich mit dem Optionshandel zu befassen. Schaut man jedoch genauer hin, wird schnell klar, wie wirkungsvoll Derivate im Portfolio-Kontext sein können – insbesondere, wenn es um zusätzliche Alpha-Generierung oder den richtigen Einstiegszeitpunkt geht. Optionen eröffnen hier Chancen, die kein Anleger ignorieren sollte.

Zwei der einfachsten und zugleich effektivsten Strategien sind die „Cash Secured Put“- und die „Covered Call“-Strategie. Beide weisen ein ähnliches Auszahlungsprofil auf, dienen jedoch unterschiedlichen Zwecken: Während die „Cash Secured Put“-Strategie genutzt wird, um eine Position aufzubauen, dient die „Covered Call“-Strategie dazu, eine bestehende Position aktiv zu managen und zusätzliche Erträge zu erzielen.

“Cash Secured Put”

Die „Cash Secured Put“-Strategie eignet sich, wenn ein Anleger eine Position in einem bestimmten Basiswert aufbauen möchte. Angenommen, ein Basiswert wird zu 100 USD gehandelt. Ein Investor ist positiv gestimmt und würde kaufen, wenn der Kurs auf 95 USD fällt. Er kann entweder warten, bis der Kurs dieses Niveau erreicht, oder aktiv eine Put-Option mit einem Strike von 95 USD verkaufen. Durch den Verkauf der Put-Option geht der Investor (Investor A) eine Vereinbarung mit einer Gegenpartei (Investor B) ein. Investor B kauft die Put-Option, um eine bestehende Position abzusichern – er erhält das Recht, den Basiswert innerhalb eines bestimmten Zeitraums zu 95 USD zu verkaufen. Für dieses Recht zahlt Investor B eine Prämie, beispielsweise 5 USD. Investor A verpflichtet sich im Gegenzug, den Basiswert zu 95 USD zu kaufen, falls der Kurs unter diesen Wert fällt. Für die Übernahme dieses Risikos erhält er die Prämie als Entschädigung. Bleibt der Preis über 95 USD, behält Investor A die Prämie; fällt er darunter, kauft er den Basiswert – jedoch mit dem Vorteil, bereits die Prämie vereinnahmt zu haben. Der Begriff „Cash Secured“ bedeutet, dass Investor A ausreichend Liquidität bereithalten muss, um den Basiswert tatsächlich kaufen zu können.

Ergebnisdarstellung und Auszahlungsprofil eines Cash Secured Puts:

  • Liegt der Kurs am Verfallstag über dem Strike-Preis, verfällt die Option wertlos – Investor A behält die Prämie.
  • Liegt der Kurs darunter, wird Investor A verpflichtet, den Basiswert zu kaufen, hat aber den Vorteil der vereinnahmten Prämie.
  • Bei stark steigenden Kursen partizipiert Investor A nicht an der Aufwärtsbewegung, sondern verdient nur die Prämie.


Covered Call

Die Covered-Call-Strategie führt zu einem ähnlichen Auszahlungsprofil, ist jedoch strukturell anders aufgebaut. Angenommen, Investor A hat den Basiswert mit der oben beschriebenen Put-Strategie zu 95 USD erworben und erwartet nun moderate Kurssteigerungen. In diesem Fall kann er eine Call-Option auf denselben Basiswert verkaufen. Eine Call-Option gibt dem Käufer (Investor B) das Recht, den Basiswert zu einem festgelegten Preis innerhalb eines bestimmten Zeitraums zu kaufen. Da Investor A den Basiswert bereits besitzt, kann er die Option verkaufen und die Prämie vereinnahmen. Dafür verpflichtet er sich, den Basiswert zu liefern, falls die Option ausgeübt wird. Wenn Investor A beispielsweise eine Call-Option mit einem Strike-Preis von 110 USD verkauft, partizipiert er nicht mehr an Kursgewinnen über diesem Niveau. Dafür erhält er die Optionsprämie, die Investor B für das Kaufrecht zahlt.

Ergebnisdarstellung und Auszahlungsprofil eines Cash Secured Puts:

  • Liegt der Kurs am Verfallstag unter oder auf dem Strike-Preis, verfällt die Option wertlos – Investor A behält die Prämie.
  • Liegt der Kurs über dem Strike-Preis, wird die Option ausgeübt – Investor A muss den Basiswert verkaufen, behält aber die Prämie.
  • Bei stark steigenden Kursen ist das Aufwärtspotenzial begrenzt.


Anpassung der Strategie-Exponierung

Je nach Markteinschätzung kann die Exponierung gegenüber der Covered-Call-Strategie angepasst werden.Wenn ein Anleger teilweise an Kursgewinnen teilhaben möchte, kann er nur einen Teil seiner Position mit Covered Calls absichern - beispielsweise 75 %, während 25 % als reine Long-Position gehalten werden.

Das Ergebnis:

  • Die vereinnahmte Prämie ist etwas geringer.
  • Gleichzeitig bleibt eine partielle Partizipation an Kursgewinnen über dem Strike-Preis erhalten.


Die Bedeutung der Prämie

Die Attraktivität beider Strategien hängt maßgeblich von der Höhe der vereinnahmten Optionsprämie ab. Diese wird durch mehrere Faktoren beeinflusst – etwa Strike-Preis, Laufzeit, Zinsniveau und erwartete Dividenden (bei Aktienoptionen).

Der wichtigste Faktor ist jedoch die sogenannte implizite Volatilität, also die erwartete Schwankungsbreite des Basiswerts während der Laufzeit. Sie spiegelt die Markterwartung wider – nicht die tatsächlich realisierte oder historische Volatilität.

Je höher die erwartete Volatilität, desto höher die Optionsprämie. In Phasen großer Unsicherheit verlangen Verkäufer eine höhere Prämie, um das Risiko der Option zu übernehmen. In ruhigen Marktphasen hingegen sinken die Prämien, da die wahrgenommenen Risiken geringer sind.

Bedeutung von Systematik und Reinvestition

Unabhängig von der gewählten Strategie ist es entscheidend, systematisch an einer definierten Vorgehensweise festzuhalten. Viele Strategien scheitern, wenn Emotionen und Marktvolatilität die Disziplin untergraben. Gerade in solchen Phasen entstehen jedoch attraktive Ertragschancen – vorausgesetzt, man hält am Plan fest. Ebenso wichtig ist die Reinvestition der vereinnahmten Prämien, um langfristig den Zinseszinseffekt zu nutzen und das Wachstum des Portfolios zu beschleunigen.

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