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Staatsanleihen Rendite: Warum Kurse bei Zinsanstieg fallen
Staatsanleihen Rendite einfach erklärt: Warum Anleihekurse bei steigenden Zinsen fallen und was die US-Rendite im Oktober 2026 zeigte.
Das Wichtigste in Kürze
01
Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen erreichte laut US Treasury am 5. Oktober 2026 einen Schlusswert von 5,31 %. Am 21. Oktober lag sie bei 5,13 %.
02
Berichte mit abweichenden Werten (5,34 %, 5,29 % und 5,36 %) nennen den Stand Anfang Oktober den höchsten seit 2002. Die Handelsspitze von 5,36 % am 7. Oktober ist kein Schlusswert.
03
Steigen die Marktzinsen, fallen die Kurse bestehender Anleihen. Im Zahlenbeispiel (Illustration) verliert eine Anleihe mit 10 Jahren Restlaufzeit bei 5 % Marktzins rund 23 % ihres Kurses.
04
Die Sitzungen von Fed (27. und 28. Oktober) und EZB (28. und 29. Oktober) stehen an. Das sind nur Termine, keine Erwartung zum Ergebnis. Vergangene Entwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.
Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg im Oktober 2026 auf 5,31 % (Schlusswert vom 5. Oktober, US Treasury). Berichte mit abweichenden Werten (5,34 %, 5,29 %, 5,36 %) sprechen vom höchsten Stand seit 2002. Bis zum 21. Oktober sank sie auf 5,13 %. Vergangene Renditen und Kurse sind kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.
Steigt die Rendite, fällt der Kurs der Anleihe. Warum das so ist, zeigt ein Zahlenbeispiel weiter unten. Datenstand: 21. Oktober 2026.
Kurz erklärt
Staatsanleihe
Nennwert
Kupon
Kurs
Rendite
US Treasury
Warum fallen Anleihekurse, wenn die Zinsen steigen?
Ein Vergleich hilft. Angenommen (Illustration), jemand besitzt eine Anleihe mit 2 % Kupon. Neue Anleihen zahlen 5 %. Für die alte Anleihe findet sich nur ein Käufer, wenn ihr Preis sinkt. Erst dann ist sie den neuen Anleihen gleichwertig. So steigt die Rendite, und der Kurs fällt.
Zahlenbeispiel (Illustration)
Eine Anleihe hat den Nennwert 100, einen Kupon von 2 % pro Jahr und noch 10 Jahre bis zur Rückzahlung (Restlaufzeit). Der Marktzins für vergleichbare neue Anleihen ändert sich. Der Kurs ist der heutige Wert aller künftigen Zahlungen. Die Werte sind gerundet und vereinfacht: eine Zahlung pro Jahr, keine Kosten, keine Steuern. Es sind keine Marktdaten.
| Marktzins | Kurs bei 10 Jahren Restlaufzeit | Veränderung gegenüber 100 |
|---|---|---|
| 2 % | 100 | 0 % |
| 3 % | rund 91 | rund −9 % |
| 4 % | rund 84 | rund −16 % |
| 5 % | rund 77 | rund −23 % |
Zum Vergleich: Bei 5 % Marktzins und nur 2 Jahren Restlaufzeit liegt der Kurs bei rund 94, also rund 6 % unter dem Nennwert.
Im Beispiel reagiert der Kurs umso stärker, je länger die Restlaufzeit ist. Der Grund: Die Anleihe bleibt länger an den tiefen Kupon gebunden. Sinkt die Rendite, läuft es umgekehrt, und der Kurs steigt.
Der Kupon bleibt fest. Wenn der Marktzins steigt, passt sich der Kurs der Anleihe nach unten an.
Wer die Anleihe bis zur Rückzahlung hält, erhält im Beispiel den Nennwert zurück, sofern der Schuldner zahlt. Der Kursverlust zeigt sich dann nicht als Verlust beim Verkauf. Anlegende sind aber bis zur Fälligkeit an den tieferen Kupon gebunden, und Währungs- und Schuldnerrisiko bleiben bestehen.
Was geschah im Oktober 2026?
Die US Treasury veröffentlicht täglich die Rendite für 10 Jahre. Sie beruht auf Richtkursen, die die Federal Reserve Bank of New York gegen 15:30 Uhr New Yorker Zeit erhebt, nicht auf tatsächlichen Geschäften. Es ist darum ein Tagesschluss und kein Höchststand während des Handels.
Am 1. Oktober lag die Rendite bei 5,24 %. Am 5. Oktober erreichte sie mit 5,31 % das Maximum des Monats bis zum 21. Oktober. Am 8. Oktober waren es 5,22 %. Danach ging es überwiegend abwärts. Am 16. Oktober stand sie bei 5,09 %, also 0,22 Prozentpunkte unter dem Maximum. Der grösste Tagesschritt war der vom 14. auf den 15. Oktober (5,19 % auf 5,10 %). Zuletzt folgten 5,15 % (19. Oktober), 5,12 % (20. Oktober) und 5,13 % (21. Oktober).
Daten
Die Rendite stieg bis zum 5. Oktober auf 5,31 % und lag am 21. Oktober bei 5,13 %
Schlusswerte zehnjähriger US-Staatsanleihen, Oktober 2026. Vergangene Entwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.
1.10.
Schlusswert am Monatsanfang.
5.10.
Höchster Schlusswert des Monats bis zum 21. Oktober.
7.10.
Schlusswert. Während des Handels nannte Bloomberg laut Admiral Markets zeitweise 5,36 %.
16.10.
Tiefster Schlusswert des Monats bis zum 21. Oktober.
21.10.
Letzter Schlusswert im Datenstand.
Quelle: US Treasury, Daily Treasury Par Yield Curve Rates, Stand 21.10.2026. Handelsspitze: Admiral Markets mit Verweis auf Bloomberg, Stand 8.10.2026.
Während des Handels lag die Rendite zeitweise höher. Laut Admiral Markets stieg sie am 7. Oktober auf 5,36 %, den höchsten Stand seit April 2002 (Angabe von Bloomberg). Das ist ein zeitweise während des Handels erreichter Wert, kein Schlusswert. Der Treasury-Schlusswert lag an diesem Tag bei 5,28 %.
Andere Berichte nennen wieder andere Zahlen. Die dpa meldete am 1. Oktober 5,34 %, die Börsen-Zeitung am 8. Oktober 5,29 %. Beide sprechen vom höchsten Stand seit 2002. Die Werte unterscheiden sich unter anderem, weil Zeitpunkt und Datenanbieter verschieden sind.
Vergangene Renditen und Kurse sind kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.
Was trieb die Rendite nach Berichten an?
Die Berichte nennen mehrere Gründe. Gesichert ist keiner davon.
- Inflation und Öl: Die dpa nennt Inflationssorgen wegen steigender Ölpreise im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg. Die Börsen-Zeitung meldet am 8. Oktober, die Rohölsorte Brent sei um knapp 4 % auf 104 US-Dollar je Fass gestiegen.
- Verkäufe älterer Anleihen: Nach der Darstellung der dpa verkaufen Anlegende ältere Anleihen, deren Kurse dadurch fallen.
Welche Risiken und Grenzen gibt es?
- Zinsänderungsrisiko: Steigen die Zinsen, können die Kurse bestehender Anleihen fallen, wie im Zahlenbeispiel.
- Verkauf vor Rückzahlung: Wer vorher verkauft, trägt den Kursverlust oder -gewinn. Wer bis zur Fälligkeit hält, ist an den tieferen Kupon gebunden, und Währungs- und Schuldnerrisiko bleiben bestehen.
- Schuldner: Wer Geld verleiht, trägt das Risiko, dass der Schuldner nicht zahlt. Wie sich ein Ausfall auswirken kann, zeigt der Beitrag zu den Lehman-Zertifikaten 2008.
- Währung: US-Staatsanleihen lauten auf US-Dollar. Wer in Franken rechnet, trägt das Risiko schwankender Wechselkurse.
- Messung: «Höchster Stand seit 2002» gilt nur, bis ein höherer Wert erreicht wird. Schlusswert und Handelsspitze sind verschiedene Zahlen.
- Berichte: Die genannten Gründe sind Einschätzungen der Berichte, keine gesicherten Ursachen. Wie sich Risiken auf mehrere Anlagen verteilen lassen, erklärt der Beitrag zur Diversifikation.
Vergangene Renditen und Kurse sind kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.
Welche Termine stehen an?
Der Offenmarktausschuss der Federal Reserve (Fed, die Zentralbank der USA) tagt am 27. und 28. Oktober 2026. Der EZB-Rat, das Entscheidungsgremium der Europäischen Zentralbank, tagt am 28. und 29. Oktober 2026, die Pressekonferenz ist am 29. Oktober. Das sind nur Termine, keine Erwartung zum Ergebnis.
Fazit
Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen erreichte im Oktober 2026 nach dem Treasury-Schlusswert 5,31 % und lag am 21. Oktober bei 5,13 %. Die Handelsspitze von 5,36 % vom 7. Oktober ist ein anderer Messwert. Steigende Renditen bedeuten fallende Kurse bestehender Anleihen, sinkende Renditen steigende Kurse. Die genannten Gründe stammen aus Berichten und sind nicht gesichert. Vergangene Renditen und Kurse sind kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.
Fragen & Antworten
Häufige Fragen rund um dieses Thema, kurz beantwortet.
Was bedeutet Rendite bei einer Staatsanleihe?
Die Rendite zeigt, wie viel Ertrag pro Jahr eine Anleihe zum heutigen Kaufpreis bis zum Ende der Laufzeit bringt, wenn alle Zahlungen erfolgen. Sie ändert sich mit dem Kurs, der Kupon bleibt gleich.
Was passiert, wenn eine Anleihe bis zur Fälligkeit gehalten wird?
Im vereinfachten Zahlenbeispiel erhält der Halter am Ende den Nennwert zurück, sofern der Schuldner zahlt. Der Kursverlust zeigt sich dann nicht als Verlust beim Verkauf. Anlegende sind aber bis zur Fälligkeit an den tieferen Kupon gebunden, und Währungs- und Schuldnerrisiko bleiben bestehen.
Warum reagieren Anleihen mit langer Laufzeit stärker auf Zinsen?
Die Anleihe bleibt länger an den alten, tieferen Zins gebunden. Im Zahlenbeispiel (Illustration) fällt der Kurs bei 5 % Marktzins nach 10 Jahren Restlaufzeit um rund 23 %, nach 2 Jahren um rund 6 %.
Warum sind die Renditen von US-Staatsanleihen gestiegen?
Die dpa nennt Inflationssorgen wegen höherer Ölpreise. Die Börsen-Zeitung zitiert einen Strategen, der den Renditedruck mit Energiepreisen und Inflation verknüpft. Das ist die Berichtslage, keine gesicherte Ursache.
Was bedeutet das für Anlegende, die in Franken rechnen?
US-Staatsanleihen lauten auf US-Dollar. Wer in Franken rechnet, trägt neben dem Zinsrisiko auch das Risiko, dass sich der Dollarkurs verändert.
Wichtige Hinweise Information, keine Anlageberatung oder Kaufaufforderung. Anlagen bergen Risiken bis zum Totalverlust; vergangene Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator.
Dieser Beitrag dient ausschliesslich der allgemeinen Information und Bildung. Er stellt weder ein Angebot noch eine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar und ist keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung.
Die Inhalte berücksichtigen nicht Ihre persönlichen Verhältnisse, Ziele oder Ihre Risikobereitschaft. Lassen Sie sich vor einem Anlageentscheid von einer Fachperson beraten.
Anlagen in Finanzinstrumente sind mit Risiken verbunden, bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals. Die vergangene Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Zahlenbeispiele dienen der Veranschaulichung und sind keine Prognose.
Angaben Dritter stammen aus als zuverlässig erachteten Quellen; für ihre Richtigkeit und Vollständigkeit wird keine Gewähr übernommen. Marktdaten beziehen sich auf den angegebenen Datenstand und können sich seither verändert haben.


