HomeProdukteÜber UnsInsightsConnect
Zurück zu Insights

Markt Updates · Portfolio & Risiko ·

SNB Leitzins bei null: Was das für den Franken bedeutet

Der SNB Leitzins bleibt bei null, Fed und EZB halten ihre höheren Zinsen. Was das für den Franken und für Anlagen im Ausland bedeutet.

SNB LeitzinsFrankenZinsdifferenz5 Min. Lesezeit

Von NextIncome Research · Aktualisiert · Datenstand 30. Oktober 2026

Das Wichtigste in Kürze

  1. Die SNB liess den Leitzins am 24. September 2026 bei 0%. Die Inflation lag im August bei 0,8%, der mittelfristige Preisdruck ist laut SNB nur leicht höher als im Juni.
  2. Die Fed erhöhte am 16. September auf 3,75 bis 4,00%, die EZB am 10. September auf einen Einlagesatz von 2,50%. Ende Oktober liessen beide ihre Zinsen unverändert.
  3. Laut SNB verlor der Franken zwischen den Lagebeurteilungen vom Juni und vom September 2026 gegenüber wichtigen Handelswährungen rund 3% an Wert. Sie sieht das im Einklang mit den grösseren Zinsunterschieden zum Ausland. Vergangene Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.
  4. Im Zahlenbeispiel (Illustration) kann ein Wechselkurs den Zinsvorteil einer Euro-Anlage aufzehren oder vergrössern.

Der SNB-Leitzins der Schweizerischen Nationalbank blieb am 24. September 2026 bei 0%, während die Zinsen in den USA und im Euroraum im September stiegen. Ende Oktober liessen Fed und EZB ihre Zinsen unverändert. Zwischen den Lagebeurteilungen vom Juni und vom September 2026 verlor der Franken laut SNB gegenüber wichtigen Handelswährungen rund 3% an Wert. Sie verbindet das mit den grösseren Zinsunterschieden. Datenstand: 30. Oktober 2026. Vergangene Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.

0%

SNB-Leitzins

Stand 24.09.2026

3,75 bis 4,00%

Fed, Zielband

Stand 28.10.2026

2,50%

EZB, Einlagesatz

Stand 29.10.2026

rund −3%

Franken gegenüber wichtigen Handelswährungen, seit Juni

Stand laut SNB, 24.09.2026

Vergangene Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Das gilt auch für die Frankenabwertung von rund 3%.

Kurz erklärt

Leitzins

Der wichtigste Zinssatz einer Notenbank. Er prägt, was Geld in einem Währungsraum kostet.

SNB, Fed, EZB

Die SNB ist die Schweizer Notenbank. Die Fed ist die Notenbank der USA und legt statt eines einzelnen Satzes ein Zielband fest, also einen Bereich. Die EZB führt die Geldpolitik im Euroraum. Ihr wichtigster Satz hier ist der Einlagesatz, der Zins auf Einlagen der Banken bei der EZB.

Lagebeurteilung

Der Entscheid der SNB über ihre Geldpolitik samt Medienmitteilung, hier der vom 24. September 2026.

Zinsdifferenz

Der Unterschied zwischen den Zinsen zweier Währungsräume, hier zwischen der Schweiz und dem Ausland.

Warum bleibt der SNB-Leitzins bei null?

Die Inflation misst, wie stark die Preise steigen. Im August 2026 lag sie in der Schweiz bei 0,8%.

Die bedingte Inflationsprognose der SNB liegt bei 0,7% für 2026 und je 0,8% für 2027 und 2028. «Bedingt» heisst: Es ist eine Schätzung unter der Annahme, dass der Leitzins bei 0% bleibt. Die EZB-Projektion vom September 2026 für den Euroraum liegt bei 3,0% für 2026, 2,5% für 2027 und 2,1% für 2028 (EZB, Pressemitteilung vom 10. September 2026).

In der Zusammenfassung der Diskussion vom 22. Oktober 2026 hält die SNB fest: «Der mittelfristige Preisdruck ist im Vergleich zur Lagebeurteilung vom Juni nur leicht höher.»

Was haben Fed und EZB getan?

Beide Notenbanken erhöhten im September ihre Zinsen. Die EZB begründete ihren Schritt damals unter anderem so: «Der Konflikt im Nahen Osten erzeugt weiterhin Inflationsdruck.»

Ende Oktober liessen beide ihre Zinsen unverändert. Die Fed entschied am 28. Oktober, zwei Mitglieder des Offenmarktausschusses, des Entscheidungsgremiums der Fed, stimmten für eine Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte. In ihrer Mitteilung heisst es: «Die Inflation bleibt erhöht.» Die EZB entschied am 29. Oktober und schreibt: «Die Energiepreise sind weiter gestiegen und stellen Aufwärtsrisiken für den Inflationsausblick dar.»

NotenbankZinsLetzter EntscheidNächster Termin
SNB0%24.09.202610.12.2026
Fed3,75 bis 4,00% (seit 16.09.2026, vorher 3,50 bis 3,75%)28.10.2026, unverändert8. und 9.12.2026
EZBEinlagesatz 2,50% (seit 16.09.2026, vorher 2,25%)29.10.2026, unverändert16. und 17.12.2026

Rechnerisch liegt der EZB-Einlagesatz 2,50 Prozentpunkte über dem SNB-Leitzins. Bei der Fed sind es 4,00 Prozentpunkte zur Obergrenze und 3,75 zur Untergrenze (eigene Rechnung). Wie Zinsen auf Anleihekurse wirken, zeigt der Beitrag über Anleihekurse bei steigenden Zinsen.

Wie wirkt die Zinsdifferenz auf den Franken?

Laut dem SNB-Direktorium steht die Abwertung des Frankens im Einklang mit den gewachsenen Zinsunterschieden. Vergangene Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.

Ein Zahlenbeispiel zeigt, was passiert, wenn Geld in Franken geliehen und in Euro angelegt wird, und warum der Wechselkurs mitzählt.

Kredit in Franken, Anlage in Euro (Illustration)

Eine erfundene Person leiht sich CHF 10'000 zu 0% und tauscht sie in Euro. Ein Kredit zu 0% ist eine reine Rechengrösse. Dort legt sie das Geld ein Jahr lang zu 2,50% an, als Rechengrösse. Nach einem Jahr tauscht sie zurück und zahlt die CHF 10'000 zurück. Bleibt der Eurokurs gleich, bleiben CHF 250 Gewinn. Verliert der Euro 5% gegenüber dem Franken, sind es nur CHF 9'738. Dann fehlen CHF 262 zur Rückzahlung. Der Wechselkurs hat den Zinsvorteil also nicht nur aufgezehrt, sondern in einen Verlust gedreht. Die Werte sind gerundet und frei gewählt, ohne Kosten und Steuern. Sie sind keine Prognose.

Die SNB schreibt: «Bei Bedarf ist die Nationalbank zudem bereit, am Devisenmarkt aktiv zu sein.» Gemeint ist der Handel mit Währungen. Ob und wann sie das tut, bleibt offen.

Was heisst das für Anlagen in Fremdwährungen?

Ein höherer Zins im Ausland ist nur ein Teil der Rechnung. Der Wechselkurs entscheidet mit. Er sagt, wie viele Franken ein Euro kostet. Wie Zins als Ertragsquelle funktioniert, erklärt der Beitrag zu regelmässigem Einkommen aus Anlagen. Ein Zahlenbeispiel zeigt den Einfluss des Wechselkurses.

Zahlenbeispiel (Illustration)

Eine erfundene Person legt CHF 10'000 ein Jahr lang in Euro an. Als Zins gilt der EZB-Einlagesatz von 2,50%, nur als Rechengrösse. Er ist kein Anlageprodukt, und echte Anleihen rentieren anders. Bleibt der Eurokurs gleich, sind es nach einem Jahr CHF 10'250. Verliert der Euro 5% gegenüber dem Franken, sind es CHF 9'738, also CHF 262 weniger als eingesetzt. Gewinnt er 5%, sind es CHF 10'763. Fällt der Euro um rund 2,4%, ist der Zinsvorteil von CHF 250 aufgezehrt. Die Werte sind gerundet und frei gewählt, ohne Kosten und Steuern. Sie sind keine Prognose.

Zahlenbeispiel (Illustration)

Je nach Eurokurs werden aus CHF 10'000 nach einem Jahr 9'738, 10'250 oder 10'763 Franken

Erfundene Anlage in Euro, Zins 2,50% als Rechengrösse. Werte gerundet, ohne Kosten und Steuern.

  1. Franken in Euro tauschen

    CHF 10'000 werden zum Kurs bei Anlagebeginn in Euro getauscht und zu 2,50% angelegt.

  2. Ein Jahr Zins

    Der Euro-Betrag wächst um 2,50%. Zum unveränderten Kurs wären das CHF 10'250.

  3. Zurück in Franken tauschen

    Euro 5% schwächer: CHF 9'738. Euro unverändert: CHF 10'250. Euro 5% stärker: CHF 10'763.

Zahlenbeispiel der Redaktion, keine Marktdaten und keine Prognose. Zinssatz: EZB-Einlagesatz, Stand 29.10.2026.

Ein höherer Zins im Ausland ist nur ein Teil der Rechnung: Der Wechselkurs kann ihn aufzehren oder vergrössern.

Welche Risiken und Grenzen gibt es?

  • Währung: Wer in Franken rechnet, trägt bei Anlagen in Euro oder Dollar das Risiko schwankender Wechselkurse. Verluste durch Wechselkursschwankungen sind möglich. Auch bei währungsgesicherten Produkten bleiben Restrisiken, und die Absicherung verursacht Kosten.
  • Fremdfinanzierung: Wer Geld leiht, um es anzulegen, muss den Kredit unabhängig vom Ergebnis zurückzahlen. Verluste können den eingesetzten Betrag übersteigen.
  • Zinsen und Kosten: Entscheide von Notenbanken verändern die Zinsunterschiede. Kreditzinsen und Gebühren können sich ändern und den Ertrag schmälern.
  • Deutung: Der Zusammenhang zwischen Zinsdifferenz und Franken ist die Einschätzung der SNB. Zeitgleiche Bewegungen beweisen keine Ursache.
  • Zahlenbeispiel: Der Einlagesatz ist kein Anlageprodukt. Echte Anlagen haben andere Renditen, Kosten und Steuern.

Wie sich Risiken auf mehrere Anlagen verteilen lassen, erklärt der Beitrag zur Diversifikation.

Was lässt sich in den nächsten Wochen beobachten?

Der Offenmarktausschuss der Fed tagt wieder am 8. und 9. Dezember 2026. Die nächste SNB-Lagebeurteilung ist am 10. Dezember 2026, Medienmitteilung um 09:30 Uhr, Mediengespräch um 10:00 Uhr. Der EZB-Rat tagt am 16. und 17. Dezember. Laut EZB-Präsidentin Christine Lagarde stehen im Dezember neue Projektionen an. Das sind nur Termine, keine Erwartung zum Ergebnis.

Fazit

Der SNB-Leitzins blieb am 24. September 2026 bei 0%. Die Inflation lag im August bei 0,8%, und der mittelfristige Preisdruck ist laut SNB nur leicht höher als im Juni. Fed und EZB erhöhten ihre Zinsen im September und liessen sie Ende Oktober unverändert. Der Franken verlor laut SNB zwischen Juni und der Lagebeurteilung im September rund 3% an Wert. Die SNB sieht das im Einklang mit den grösseren Zinsunterschieden. Ob ein höherer Zins im Ausland Anlegenden in Franken nützt, hängt auch vom Wechselkurs ab. Vergangene Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.

Fragen & Antworten

Häufige Fragen rund um dieses Thema, kurz beantwortet.

Wie hoch ist der SNB-Leitzins, und wann ist der nächste Entscheid?

Die SNB liess den Leitzins am 24. September 2026 bei 0%. Die nächste Lagebeurteilung ist laut SNB-Terminkalender am 10. Dezember 2026.

Warum erhöhte die SNB nicht wie die Fed und die EZB?

Die Inflation lag in der Schweiz im August 2026 bei 0,8%. Laut SNB ist der mittelfristige Preisdruck nur leicht höher als im Juni. Die bedingte Inflationsprognose der SNB von 0,7 bis 0,8% für 2026 bis 2028 gilt unter der Annahme eines Leitzinses von 0%.

Wird der Franken schwächer, wenn andere Notenbanken die Zinsen erhöhen?

Die SNB sieht die Abwertung seit Juni im Einklang mit den gestiegenen Zinsunterschieden. Ob und wie der Franken künftig reagiert, ist offen. Zeitgleiche Bewegungen beweisen keine Ursache. Vergangene Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.

Was passiert, wenn Geld in Franken geliehen und in Euro angelegt wird?

Ein Zahlenbeispiel (Illustration) im Beitrag zeigt, wie ein schwächerer Euro den Zinsvorteil eines solchen Geschäfts in einen Verlust verwandeln kann. Der Kredit muss unabhängig vom Ergebnis zurückgezahlt werden, Verluste können den Einsatz übersteigen.

Welche Risiken haben Anlagen in Fremdwährungen für Anlegende in der Schweiz?

Wer in Franken rechnet, trägt das Risiko schwankender Wechselkurse. Verluste sind möglich. Eine Währungsabsicherung kann sie verringern, beseitigt sie aber nicht und verursacht Kosten. Im Zahlenbeispiel (Illustration) wird ein Zinsvorteil von CHF 250 bei einem 5% schwächeren Euro zu einem Verlust von CHF 262.

Wichtige Hinweise Information, keine Anlageberatung oder Kaufaufforderung. Anlagen bergen Risiken bis zum Totalverlust; vergangene Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator.

Dieser Beitrag dient ausschliesslich der allgemeinen Information und Bildung. Er stellt weder ein Angebot noch eine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar und ist keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung.

Die Inhalte berücksichtigen nicht Ihre persönlichen Verhältnisse, Ziele oder Ihre Risikobereitschaft. Lassen Sie sich vor einem Anlageentscheid von einer Fachperson beraten.

Anlagen in Finanzinstrumente sind mit Risiken verbunden, bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals. Die vergangene Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Zahlenbeispiele dienen der Veranschaulichung und sind keine Prognose.

Angaben Dritter stammen aus als zuverlässig erachteten Quellen; für ihre Richtigkeit und Vollständigkeit wird keine Gewähr übernommen. Marktdaten beziehen sich auf den angegebenen Datenstand und können sich seither verändert haben.