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Gold ETF: Warum Gold billiger wurde, obwohl Geld in Gold-ETFs floss

Gold ETF: Warum der Goldpreis im September 2026 fiel, obwohl Geld in Gold-ETFs floss. Vergangene Werte sind kein verlässlicher Indikator für die Zukunft.

Gold ETFGoldpreisGold-ETC5 Min. Lesezeit

Von NextIncome Research · Datenstand 30. September 2026

Das Wichtigste in Kürze

01

Im September 2026 sank der Goldpreis laut World Gold Council (WGC) um 8,5 %, zugleich flossen 10 Mrd. USD in Gold-ETFs; vergangene Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.

02

Der WGC versteht unter Gold-ETFs regulierte Wertpapiere, die echtes Gold halten. Der Wert eines einzelnen Anteils hängt am Goldpreis, nicht an der Höhe der Zuflüsse.

03

Der Gesamtwert aller Gold-ETFs ist Goldmenge mal Goldpreis, darum kann die Menge wachsen, während der Gesamtwert sinkt.

04

Nach einem Rechenmodell des WGC gehörten steigende Zinsen auf US-Staatsanleihen und ein stärkerer Dollar zu den Haupttreibern des Rückgangs; der Abbau von Wetten an der Terminbörse trug laut WGC wahrscheinlich dazu bei.

Im September 2026 wurde Gold billiger, und trotzdem floss viel Geld in Gold-ETFs. Laut World Gold Council (WGC) sank der Goldpreis im Monat um 8,5 %, während 10 Mrd. USD in diese Produkte flossen. Ein Widerspruch ist das nicht. Laut WGC drückten zur gleichen Zeit steigende Zinsen und ein stärkerer Dollar auf den Preis, Verkäufe an der Terminbörse (dem Handel mit Verträgen über spätere Käufe und Verkäufe) trugen wahrscheinlich dazu bei. Stand der Zahlen: 30. September 2026. Vergangene Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.

Kurz erklärt

Gold-ETF

ETF steht für Exchange Traded Fund, auf Deutsch börsengehandelter Fonds. Der WGC zählt dazu regulierte Wertpapiere, die Gold physisch halten, also echtes Metall. Der Wert eines einzelnen Anteils hängt am Goldpreis.

Gold-ETC

Nach Darstellung der Deutschen Börse ist ein ETC kein Fonds, sondern eine Schuldverschreibung. Damit verspricht der Herausgeber (Emittent) eine Zahlung, die sich am Goldpreis orientiert.

World Gold Council

Der Branchenverband der Goldindustrie. Von ihm stammen die Zahlen zu Gold-ETFs in diesem Artikel.

Fed und Rendite

Die Fed ist die US-Notenbank. Sie legt den Leitzins fest, ihren wichtigsten Zinssatz. Die Rendite gibt den Ertrag einer Staatsanleihe in Prozent an.

Was ist im September 2026 passiert?

Eine Unze ist die übliche Gewichtseinheit für Gold.

KennzahlWertQuelle
Goldpreis Ende September 20264'176 USD je UnzeWGC (Daten: Bloomberg)
Veränderung im September−8,5 %WGC (Daten: Bloomberg)
Zuflüsse in Gold-ETFs, September10 Mrd. USDWGC
Zuflüsse in Gold-ETFs, 3. Quartal31 Mrd. USD, Rekord für ein QuartalWGC
Gold in Gold-ETFs, Ende September4'256 Tonnen (Rekord), 67 Tonnen mehr als im VormonatWGC
Wert aller Bestände (verwaltetes Vermögen), Ende September574 Mrd. USD, 7 % weniger als im VormonatWGC
Leitzins der Fed, 16. SeptemberErhöhung um 0,25 Prozentpunkte auf 3,75 bis 4 %Federal Reserve
Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen, September+0,53 Prozentpunkte auf 5,3 %WGC
Dollar-Index (Dollar gegenüber anderen Währungen), September+2 %WGC

Vergangene Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. In der Schweiz gehandelte Fonds verzeichneten laut WGC ebenfalls Zuflüsse, ihr Goldbestand sank aber um 1 Tonne. Der WGC verweist dafür auf währungsgesicherte Produkte, die Schwankungen des Wechselkurses abfedern sollen.

Warum fiel der Goldpreis trotz der Zuflüsse?

Zinsen: Gold zahlt keinen Zins

Am 16. September erhöhte die Fed ihren Leitzins und verwies auf die weiterhin erhöhte Inflation (Teuerung). Laut WGC signalisierte die Fed, dass weitere Erhöhungen folgen könnten. Laut WGC trieb das die Renditen von US-Staatsanleihen und den Dollar nach oben.

Gold selbst zahlt keinen Zins. Wer Gold hält, verzichtet auf den Ertrag, den etwa eine Staatsanleihe bringt. Diesen Verzicht nennen Fachleute Opportunitätskosten. Der WGC schreibt dazu im Bericht «Gold ETF Flows: September 2026» vom 7. Oktober 2026 (übersetzt aus dem Englischen): «Diese Entwicklungen erhöhten die Opportunitätskosten des Goldhaltens und belasteten den Preis.» Gemeint sind die Zinserhöhung, die höheren Renditen und der stärkere Dollar.

Dollar: Gold kostet in US-Dollar

Der Goldpreis wird in US-Dollar angegeben. Wird der Dollar stärker, kostet Gold für Käufer mit Franken oder Euro mehr, was die Nachfrage dämpfen kann. Der WGC ordnet Preisbewegungen mit einem eigenen Rechenmodell einzelnen Ursachen zu. Danach gehörten höhere Renditen und der stärkere Dollar im September zu den wichtigsten Treibern.

Terminbörse: Fonds bauten Wetten ab

An einer Terminbörse wie der COMEX werden Verträge über einen späteren Kauf oder Verkauf gehandelt, sogenannte Futures. Damit lässt sich auf steigende oder fallende Preise setzen. Fonds und Vermögensverwalter verringerten im September laut WGC ihre Netto-Wetten auf steigende Goldpreise deutlich. Netto heisst: Wetten auf steigende minus Wetten auf fallende Preise.

Im Marktkommentar vom 7. Oktober 2026 folgert der WGC (übersetzt aus dem Englischen): «Dieser Abbau von Terminpositionen hat wahrscheinlich zum Preisrückgang im September beigetragen und verdeutlicht das Auseinanderlaufen der Geldflüsse bei ETFs und am Derivatemarkt.» Derivate sind Verträge wie Futures. Das Wort «wahrscheinlich» zeigt, dass auch der Verband hier einschätzt und nicht misst. Das bietet eine Erklärung für den scheinbaren Widerspruch: ETF-Käufer und Terminhändler sind verschiedene Gruppen, und im September handelten sie laut WGC gegenläufig.

Was bedeutet der Preisrückgang für Gold-ETFs?

Ein Gold-ETF hält eine bestimmte Menge Gold. Sein Gesamtwert ist Menge mal Preis. Fällt der Preis stärker, als die Menge wächst, sinkt der Gesamtwert trotz Zuflüssen. Für einzelne Anlegende zählt der Preis: Der Wert ihrer Anteile folgt vor allem dem Goldpreis, auch wenn viel neues Geld dazukommt.

Zahlenbeispiel (Illustration)

Ein erfundener Gold-ETF hält 1'000 Unzen Gold. Eine Unze kostet CHF 100, der Bestand ist also CHF 100'000 wert. Nun fällt der Preis um 10 % auf CHF 90. Gleichzeitig fliesst neues Geld zu, und der Fonds kauft 20 Unzen dazu. Danach hält er 1'020 Unzen zu je CHF 90, zusammen CHF 91'800. Die Menge ist um 2 % gewachsen, der Wert um 8,2 % gesunken. Alle Zahlen sind frei gewählt und keine Prognose.

Dasselbe Muster zeigen die echten Zahlen für September 2026, nur in grösserem Massstab.

Daten

Im September kam mehr Gold in die ETFs, doch ihr Gesamtwert sank

Gold-ETFs weltweit im September 2026. Ein Rückblick auf einen Monat; vergangene Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.

10 Mrd. USD

Zuflüsse in Gold-ETFs

Stand 30.09.2026

+67 t

Gold in den ETFs, neu 4'256 t

Stand 30.09.2026

−8,5 %

Goldpreis, neu 4'176 USD je Unze

Stand 30.09.2026

−7 %

Wert aller Bestände, neu 574 Mrd. USD

Stand 30.09.2026

Quelle: World Gold Council, Gold ETF Flows: September 2026 (Zuflüsse, Bestand, Vermögen) und Gold Market Commentary: September 2026 (Goldpreis, Daten: Bloomberg). Stand: 30.09.2026.

Welche Risiken und Grenzen gibt es?

  • Preisschwankungen: Der Goldpreis kann sich innert weniger Wochen stark bewegen, auch nach unten; Verluste sind möglich. Gold zahlt weder Zins noch Ausschüttung, ein Ertrag entsteht nur über den Preis. Wie sich Risiken auf mehrere Anlagen verteilen lassen, erklärt der Beitrag zur Diversifikation.
  • Währung: Wer in Franken rechnet, trägt beim Goldpreis in US-Dollar zusätzlich das Risiko schwankender Wechselkurse, sofern das Produkt nicht währungsgesichert ist.
  • Herausgeber bei ETCs: Bei einem ETC hängt die Zahlung davon ab, ob der Herausgeber zahlen kann (Emittentenrisiko). Nach einer Darstellung der Deutschen Börse (Stand 2019) sind die meisten ETCs besichert, also mit hinterlegten Vermögenswerten unterlegt, was dieses Risiko mindert. Je nach Besicherung ist ein Verlust bis zum Totalverlust möglich.
  • Aufbau des Produkts: Ob ein Produkt Gold physisch hält oder ein Zahlungsversprechen ist, steht in den Produktunterlagen. Der Beitrag wie man ein Factsheet liest zeigt solche Angaben an einem Beispiel.
  • Deutung: Die Gründe für den Rückgang sind Einschätzungen des WGC, teils aus einem Rechenmodell. Zeitgleiche Bewegungen beweisen keine Ursache.

Was lässt sich in den nächsten Wochen beobachten?

Der geldpolitische Ausschuss der Fed tagt das nächste Mal am 27. und 28. Oktober 2026. Neue Zahlen des WGC zu Gold-ETFs zeigen, ob Zuflüsse und Preis weiter auseinanderlaufen. Daneben lassen sich die Renditen von US-Staatsanleihen und der Dollar verfolgen, die der WGC zu den Treibern zählt. Wie sich diese Grössen entwickeln, ist offen.

Fazit

Im September 2026 wuchs die Goldmenge in Gold-ETFs, während der Goldpreis fiel. Das ist kein Widerspruch, weil der Gesamtwert Menge mal Preis ist und ETF-Käufe nur einen Teil der Nachfrage bilden. Laut WGC belasteten höhere Zinsen und ein stärkerer Dollar den Preis, der Abbau von Wetten an der Terminbörse trug wahrscheinlich dazu bei. Zuflüsse beschreiben, was Anlegende getan haben, nicht, was der Preis tun wird.

Fragen & Antworten

Häufige Fragen rund um dieses Thema, kurz beantwortet.

Was ist ein Gold ETF, und was ist ein Gold-ETC?

Der World Gold Council versteht unter Gold-ETFs regulierte Wertpapiere, die Gold physisch halten, also echtes Metall. Ein ETC ist nach Darstellung der Deutschen Börse kein Fonds, sondern eine Schuldverschreibung, also ein Zahlungsversprechen des Herausgebers. Kann er nicht zahlen, droht ein Verlust; hinterlegte Sicherheiten können dieses Risiko mindern.

Warum kann der Goldpreis fallen, obwohl Geld in Gold-ETFs fliesst?

ETF-Käufe sind nur ein Teil der Nachfrage nach Gold. Im September 2026 bauten laut WGC zugleich Fonds an der Terminbörse ihre Wetten auf steigende Preise ab, was nach Einschätzung des WGC wahrscheinlich zum Rückgang beitrug. Höhere Zinsen und ein stärkerer Dollar zählten laut WGC zu den Haupttreibern.

Warum spielen Zinsen für den Goldpreis eine Rolle?

Gold zahlt keinen Zins. Steigen die Zinsen, etwa auf Staatsanleihen, verzichtet man mit Gold auf mehr Ertrag. Der WGC spricht von höheren Opportunitätskosten des Goldhaltens.

Heisst mehr Geld in Gold-ETFs, dass der Goldpreis steigt?

Nein. Zuflüsse zeigen, was Anlegende gekauft haben, nicht, wie sich der Preis entwickeln wird. Im September 2026 liefen beide Grössen laut WGC sogar auseinander.

Welche Risiken haben Gold-ETFs?

Der Goldpreis schwankt, auch nach unten; Verluste sind möglich. Gold bringt weder Zins noch Ausschüttung. Weil der Preis in US-Dollar angegeben wird, wirkt für Anlegende in Franken auch der Wechselkurs, sofern das Produkt nicht währungsgesichert ist. Bei ETCs kommt das Risiko hinzu, dass der Herausgeber ausfällt, je nach Besicherung (also mit hinterlegten Vermögenswerten unterlegt oder nicht) bis zum Totalverlust.

Wichtige Hinweise Information, keine Anlageberatung oder Kaufaufforderung. Anlagen bergen Risiken bis zum Totalverlust; vergangene Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator.

Dieser Beitrag dient ausschliesslich der allgemeinen Information und Bildung. Er stellt weder ein Angebot noch eine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar und ist keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung.

Die Inhalte berücksichtigen nicht Ihre persönlichen Verhältnisse, Ziele oder Ihre Risikobereitschaft. Lassen Sie sich vor einem Anlageentscheid von einer Fachperson beraten.

Anlagen in Finanzinstrumente sind mit Risiken verbunden, bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals. Die vergangene Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Zahlenbeispiele dienen der Veranschaulichung und sind keine Prognose.

Angaben Dritter stammen aus als zuverlässig erachteten Quellen; für ihre Richtigkeit und Vollständigkeit wird keine Gewähr übernommen. Marktdaten beziehen sich auf den angegebenen Datenstand und können sich seither verändert haben.