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Rendite berechnen: Wie viel bleibt nach der Teuerung?

Rendite berechnen: Wie sich Gesamtrendite und Rendite pro Jahr unterscheiden und was nach Abzug der Teuerung in Franken übrig bleibt.

Rendite berechnenGesamtrenditeRendite pro Jahr8 Min. Lesezeit

Von NextIncome Research · Datenstand 8. Januar 2026

Das Wichtigste in Kürze

  1. Die Gesamtrendite stellt Endwert und Anfangswert gegenüber und zeigt Gewinn oder Verlust über den ganzen Zeitraum, aber nicht, wie lange er dauerte.
  2. Die Rendite pro Jahr rechnet die Dauer ein und macht Anlagen mit verschieden langen Laufzeiten vergleichbar. Jahresprozente lassen sich nicht einfach addieren.
  3. Die reale Rendite zieht die Teuerung ab und zeigt, wie sich die Kaufkraft verändert. Genau ist eine Division, als Näherung dient «nominal minus Teuerung».
  4. Die einfachen Formeln enthalten keine Kosten, Steuern und Zahlungen während der Laufzeit, und Verluste sind möglich.

Rendite berechnen heisst, aus dem Anfangs- und dem Endwert einer Anlage eine Prozentzahl zu machen. Dahinter stehen vier verschiedene Zahlen: die Gesamtrendite und die Rendite pro Jahr, jeweils vor und nach der Teuerung. Wer zwei Renditen vergleicht, muss deshalb wissen, welche Art und welchen Zeitraum sie meinen. Beispiele in Franken zeigen die Unterschiede.

Kurz erklärt

Rendite

Gewinn oder Verlust einer Anlage in Prozent des eingesetzten Betrags. Beispiel: Wer CHF 100 einsetzt und CHF 105 zurückerhält, hat 5% Rendite.

Teuerung

Der Anstieg der Preise, in Deutschland und Österreich meist Inflation genannt. In der Schweiz misst sie das Bundesamt für Statistik (BFS) mit dem Landesindex der Konsumentenpreise (LIK), einem Preisindex für einen Warenkorb.

Kaufkraft

Was sich für einen Betrag kaufen lässt. Steigen die Preise, sinkt die Kaufkraft eines Frankens.

Nominal und real

Nominal heisst: in Franken, ohne Rücksicht auf die Teuerung. Real heisst: nach Abzug der Teuerung.

Rendite berechnen: vier Renditen auf einen Blick

Jede Rendite beantwortet zwei Fragen. Erstens: Über welchen Zeitraum gilt sie? Zweitens: Ist die Teuerung schon abgezogen? Daraus ergeben sich vier Zahlen. Die Gesamtrendite heisst auch kumuliert, also über den ganzen Zeitraum zusammengerechnet. Dass Anlegende überhaupt eine Rendite für übernommene Risiken erwarten, ist ein eigenes Thema. Hier geht es darum, wie man die Zahl liest.

RenditeFrageRechnung in WortenGrenze
Gesamtrendite (kumuliert), nominalWie viel Gewinn oder Verlust insgesamt?Endwert geteilt durch Anfangswert, minus 1Sagt nichts über die Dauer
Rendite pro Jahr (annualisiert), nominalWelche gleichmässige Jahresrate führt zum Endwert?Endwert geteilt durch Anfangswert, hoch 1 geteilt durch die Jahre, minus 1Glättet, einzelne Jahre schwanken
Gesamtrendite, realWie viel Kaufkraft kam insgesamt hinzu oder ging verloren?(1 plus Gesamtrendite) geteilt durch (1 plus gesamte Teuerung), minus 1Die Teuerung ist ein Durchschnitt
Rendite pro Jahr, realWie viel Kaufkraft pro Jahr?(1 plus Rendite pro Jahr) geteilt durch (1 plus Teuerung pro Jahr), minus 1Rechnet mit gleichbleibender Teuerung

Wie rechnet man die Jahre ein?

Die Gesamtrendite ist schnell berechnet. In einem frei gewählten Beispiel werden aus CHF 10'000 CHF 12'000, also 12'000 geteilt durch 10'000, minus 1: plus 20%. Wie lange das dauerte, verrät die Zahl nicht. Dafür gibt es die Rendite pro Jahr.

Sie ist die gleichmässige Jahresrate, die vom Anfangs- zum Endwert führt. Das Fachwort lautet annualisierte Rendite, in der Finanzsprache auch CAGR (Compound Annual Growth Rate). Die CAGR ist ein Spezialfall des geometrischen Mittels und passt, wenn Anfangs- und Endwert bekannt sind. Geometrisch heisst: Die Jahre werden nicht addiert, sondern multipliziert.

Ein Beispiel mit frei gewählten Werten: Aus CHF 10'000 werden in zwei Jahren CHF 12'100. Die Gesamtrendite beträgt 21%. Pro Jahr sind es 10%, denn 1,10 × 1,10 = 1,21. Jedes Jahr wirkt die Rate auf den bereits gewachsenen Betrag, nicht nur auf den Startbetrag.

Prozente addieren sich nicht

Wer Jahresraten zusammenzählt, landet leicht beim falschen Ergebnis. Ein kurzes Beispiel zeigt es.

Zahlenbeispiel (Illustration)

CHF 10'000 steigen im ersten Jahr um 10% auf CHF 11'000. Im zweiten Jahr fallen sie um 10% auf CHF 9'900. Die Gesamtrendite beträgt −1,0%, denn 1,1 × 0,9 = 0,99. Der einfache Durchschnitt der beiden Jahresraten wäre 0%. Die Rendite pro Jahr liegt bei rund −0,5%. Die Werte sind frei gewählt, ohne Kosten und Steuern.

Der einfache Durchschnitt heisst arithmetisches Mittel. Die Rendite pro Jahr ist das geometrische Mittel. Wer 10% verloren hat, braucht ausserdem einen Anstieg um rund 11,1%, um den Ausgangswert wieder zu erreichen. Der Verlust wirkt auf den kleineren Betrag.

Wie viel bleibt nach der Teuerung?

Die nominale Rendite zählt Franken. Die reale Rendite zählt, was man sich für diese Franken kaufen kann.

Nach der EZB ist der Nominalzins der Satz, den Geldgeber und Geldnehmer miteinander ausmachen. Beim Realzins wird zusätzlich einberechnet, wie viel das Geld durch steigende Preise an Kaufkraft einbüsst. Als Faustformel nennt die EZB: Realzins = Nominalzins − Inflation. Ihr Beispiel: 2,5% Nominalzins und 3% Preisanstieg ergeben −0,5%. Genau gerechnet sind es −0,49%. Das Beispiel betrifft einen Sparzins in Euro, die Rechnung lässt sich aber auf Renditen übertragen.

Die genaue Formel ist eine Division: reale Rendite = (1 + nominale Rendite) geteilt durch (1 + Teuerung), minus 1. Mit frei gewählten Werten: 5% nominal und 2% Teuerung ergeben 1,05 ÷ 1,02 − 1 = 2,94%, nicht ganz die 3% der Näherung. Bei kleinen Jahresraten ist der Unterschied gering.

Teuerung in der Schweiz

Das BFS führt den LIK und spricht von Teuerung. Die durchschnittliche Jahresteuerung ist die Veränderung des Jahresmittels gegenüber dem Vorjahr. Das Jahresmittel ist der Durchschnitt der zwölf Monatsindizes. Daneben gibt es die Veränderung von Dezember zu Dezember.

JahrJahresmittelDezember zu Dezember
2021+0,6%+1,5%
2022+2,8%+2,8%
2023+2,1%+1,7%
2024+1,1%+0,6%
2025+0,2%+0,1%

Quelle: BFS-Medienmitteilungen zum LIK. Stand: 8. Januar 2026. Vergangene Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.

Beide Messgrössen sind richtig, sie messen aber Verschiedenes. Wer die fünf Jahresmittel hintereinander rechnet, erhält rund 7,0% Preisanstieg in fünf Jahren oder rund 1,4% pro Jahr (eigene Rechnung aus den gerundeten BFS-Werten). Das blosse Addieren der fünf Raten ergäbe nur 6,8%. In Deutschland und Österreich gelten eigene Preisindizes.

Zwei Anlagen, gleiche Gesamtrendite, anderes Ergebnis

Ein Zahlenbeispiel zeigt, wie Dauer und Teuerung zusammenspielen.

Zahlenbeispiel (Illustration)

Zwei erfundene Anlagen, A und B, starten mit CHF 10'000 und enden bei CHF 12'000. A braucht drei Jahre, B sechs Jahre. Als Teuerung gelten 2% pro Jahr (frei gewählte Annahme). Kosten, Steuern und Zahlungen während der Laufzeit fehlen. Die Werte sind gerundet und keine Prognose.

GrösseAnlage A (3 Jahre)Anlage B (6 Jahre)
Gesamtrendite nominal+20,0%+20,0%
Rendite pro Jahr nominalrund 6,3%rund 3,1%
Teuerung insgesamtrund 6,1%rund 12,6%
Gesamtrendite realrund 13,1%rund 6,6%
Rendite pro Jahr realrund 4,2%rund 1,1%
Endwert in Kaufkraft von heuteCHF 11'308CHF 10'656

Beide Anlagen erreichen plus 20%, pro Jahr liegen sie aber weit auseinander, weil B sechs Jahre braucht. Die Teuerung wirkt in jedem dieser Jahre. Von den CHF 12'000 bei B bleiben in heutiger Kaufkraft CHF 10'656.

Die Näherung «nominal minus 2%» liefert für A rund 4,3% statt 4,2% und für B rund 1,1%. Über mehrere Jahre zusammengezählt wird sie ungenau: 20% minus 12,6% ergäbe 7,4% statt der genauen 6,6%. Sie taugt also nur für kleine Jahresraten. Im Rechner unten lassen sich Beträge, Dauer und Teuerung selbst verändern.

Zahlenbeispiel (Illustration) · interaktiv

Bei gleicher Gesamtrendite sinkt die Rendite pro Jahr mit der Dauer; nach Abzug der Teuerung bleibt real weniger

Startwerte wie Anlage B im Beispiel: CHF 10'000 werden in sechs Jahren zu CHF 12'000, Teuerung 2% pro Jahr. Beträge, Jahre und Teuerung lassen sich verändern; Anlage A entspricht 3 Jahren.

+20,0%Gesamtrendite nominal
+3,1%Rendite pro Jahr nominal
+1,1%Rendite pro Jahr real
CHF 10'656Endwert in Kaufkraft von heute

Teuerung insgesamt: +12,6% · Näherung «nominal minus Teuerung»: +1,09% (genau +1,06%)

Bei gleicher Gesamtrendite sinkt die Rendite pro Jahr mit der Dauer; nach Abzug der Teuerung bleibt real wenigerLiniendiagramm: Wert der Anlage über die Jahre, nominal in Franken und in Kaufkraft von heute.10'00010'50011'00011'50012'0000123456
Jahre →

Gleichmässige Entwicklung angenommen, ohne Kosten, Steuern und Zahlungen während der Laufzeit. Frei gewählte Werte, keine Marktdaten, keine Prognose und keine Empfehlung.

Zahlenbeispiel der Redaktion mit Standardformeln für Rendite pro Jahr und reale Rendite, Näherung «nominal minus Teuerung» nach EZB. Keine Marktdaten und keine Prognose.

Risiken und Grenzen

  • Kosten und Steuern: Die Formeln enthalten beides nicht. Kosten und Steuern senken die Rendite, die Steuerbehandlung unterscheidet sich je nach Land, und die individuelle Situation kann abweichen.
  • Zahlungen während der Laufzeit: Bei Ein- und Auszahlungen zwischen Start und Ende braucht es andere Verfahren.
  • Teuerung als Durchschnitt: Die Teuerung, die eine einzelne Person erlebt, kann vom LIK abweichen. Auch Jahresmittel und Dezemberwert können auseinanderliegen, wie 2021 (+0,6% gegenüber +1,5%).
  • Glättung und Verluste: Die Rendite pro Jahr verteilt das Ergebnis gleichmässig, einzelne Jahre können stark schwanken. Eine Rendite kann negativ sein. Die Beispiele zeigen nur Rechenlogik und sind keine Erwartung.
  • Fremdwährungen: Die Beispiele rechnen nur in Franken. Bei anderen Währungen kommt der Wechselkurs dazu, wie der Beitrag zum SNB-Leitzins an einem Zahlenbeispiel zeigt.

Fazit

Beim Berechnen der Rendite zeigt die Gesamtrendite Gewinn oder Verlust über den ganzen Zeitraum, die Rendite pro Jahr rechnet die Dauer ein. Die reale Rendite zieht die Teuerung ab und zeigt die Veränderung der Kaufkraft. Im Beispiel erreichen zwei Anlagen je 20%, doch bei 2% Teuerung pro Jahr bleiben rund 4,2% und rund 1,1% pro Jahr. Kosten, Steuern und Zahlungen während der Laufzeit sind in diesen Formeln nicht enthalten.

Fragen & Antworten

Häufige Fragen rund um dieses Thema, kurz beantwortet.

Was ist der Unterschied zwischen nominaler und realer Rendite?

Die nominale Rendite zeigt, wie viele Franken eine Anlage mehr oder weniger wert ist. Die reale Rendite zieht zusätzlich die Teuerung ab und zeigt, wie sich die Kaufkraft verändert hat. Als Näherung dient: nominale Rendite minus Teuerung.

Was ist die annualisierte Rendite und wie berechnet man sie?

Die annualisierte Rendite, auch Rendite pro Jahr oder CAGR, ist die gleichmässige Jahresrate, die vom Anfangswert zum Endwert führt. Man teilt den Endwert durch den Anfangswert, nimmt das Ergebnis hoch 1 geteilt durch die Zahl der Jahre und zieht 1 ab.

Was ist der Unterschied zwischen Gesamtrendite und Rendite pro Jahr?

Die Gesamtrendite (kumuliert) umfasst den ganzen Zeitraum, die Rendite pro Jahr rechnet ihn auf ein Jahr um. Dieselbe Gesamtrendite ergibt bei einem längeren Zeitraum eine tiefere Rendite pro Jahr, wie das Beispiel mit den Anlagen A und B zeigt.

Wie hoch war die Teuerung in der Schweiz in den Jahren 2021 bis 2025?

Die durchschnittliche Jahresteuerung betrug laut Bundesamt für Statistik 2021 +0,6%, 2022 +2,8%, 2023 +2,1%, 2024 +1,1% und 2025 +0,2%. Die Veränderung von Dezember zu Dezember weicht davon ab (Stand: Januar 2026).

Wie viel Rendite braucht es, um die Teuerung auszugleichen?

Rechnerisch bleibt die Kaufkraft erhalten, wenn die nominale Rendite mindestens der Teuerung entspricht, die reale Rendite also nicht unter null liegt. Das ist ein Rechenzusammenhang und sagt nichts darüber, welche Rendite eine Anlage erzielt.

Wichtige Hinweise Information, keine Anlageberatung oder Kaufaufforderung. Anlagen bergen Risiken bis zum Totalverlust; vergangene Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator.

Dieser Beitrag dient ausschliesslich der allgemeinen Information und Bildung. Er stellt weder ein Angebot noch eine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar und ist keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung.

Die Inhalte berücksichtigen nicht Ihre persönlichen Verhältnisse, Ziele oder Ihre Risikobereitschaft. Lassen Sie sich vor einem Anlageentscheid von einer Fachperson beraten.

Anlagen in Finanzinstrumente sind mit Risiken verbunden, bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals. Die vergangene Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Zahlenbeispiele dienen der Veranschaulichung und sind keine Prognose.

Angaben Dritter stammen aus als zuverlässig erachteten Quellen; für ihre Richtigkeit und Vollständigkeit wird keine Gewähr übernommen. Marktdaten beziehen sich auf den angegebenen Datenstand und können sich seither verändert haben.