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Optionen einfach erklärt: Call und Put im Beispiel
Optionen einfach erklärt: was Call und Put bedeuten, wie Strike und Prämie wirken und welche Risiken Käufer und Verkäufer tragen, mit CHF-Beispielen.
Das Wichtigste in Kürze
01
Eine Option gibt dem Käufer ein Recht, aber keine Pflicht: Ein Call erlaubt den Kauf, ein Put den Verkauf.
02
Der Käufer zahlt dafür eine Prämie, der Verkäufer (Stillhalter) erhält sie und übernimmt die Pflicht, zu liefern oder abzunehmen.
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Für Käufer ist der Verlust auf die bezahlte Prämie begrenzt, diese kann jedoch vollständig verloren gehen.
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Für Verkäufer ist der Verlust beim ungedeckten Call theoretisch unbegrenzt und beim Put begrenzt, aber hoch.
Einfach erklärt ist eine Option ein Vertrag, der dem Käufer ein Recht gibt, aber keine Pflicht. Ein Call erlaubt den Kauf eines Basiswerts zu einem festen Preis, ein Put den Verkauf. Für dieses Recht zahlt der Käufer eine Prämie an den Verkäufer, der dafür eine Pflicht übernimmt.
Was ist eine Option?
Eine Option ist eine Vereinbarung zwischen Käufer und Verkäufer über einen Basiswert. Der Basiswert ist der Wert, auf den sie sich bezieht, etwa Aktien, Obligationen, Edelmetalle, Währungen, Zinsen oder Indizes.
Der Käufer darf ihn am oder bis zum Verfallstag zu einem festgelegten Preis kaufen oder verkaufen, je nach Optionsart (siehe unten). Dieser Preis bleibt fix, egal wo der Kurs dann steht.
Kaufoption
Call
Recht des Käufers, den Basiswert zum festgelegten Preis zu kaufen.
Verkaufsoption
Put
Recht des Käufers, den Basiswert zum festgelegten Preis zu verkaufen.
Der Verkäufer einer Option heisst Stillhalter. Er erhält die Prämie. Dafür muss er den Basiswert auf Verlangen liefern oder abnehmen, unabhängig vom aktuellen Kurs.
Wer eine Option kauft, hat ein Recht. Wer eine Option verkauft, hat eine Pflicht.
Welche Begriffe muss man bei Optionen kennen?
Auf einen Blick
Ausübungspreis (Strike)
Optionsprämie
Laufzeit und Verfallstag
Kontraktgrösse
Amerikanisch oder europäisch
Lieferung oder Barausgleich
Die Prämie besteht aus innerem Wert und Zeitwert. Einen inneren Wert hat nur eine Option «im Geld», deren Ausübung also sofort einen Vorteil brächte. Liegt der Kurs auf der ungünstigen Seite des Ausübungspreises, ist sie «aus dem Geld». Der Zeitwert hängt unter anderem von Restlaufzeit und Volatilität ab, also der Schwankungsbreite des Kurses. Mehr dazu im Beitrag darüber, wie Volatilität den Optionspreis beeinflusst.
Wie funktionieren Kauf und Verkauf einer Call-Option?
Wer einen Call kauft, hält einen Long Call. Er rechnet mit steigenden Kursen. Liegt der Kurs bei Verfall über dem Ausübungspreis, kann er günstiger kaufen als am Markt. Liegt er darunter, verfällt die Option, und der Verlust beschränkt sich auf die Prämie.
Wer einen Call verkauft, hält einen Short Call. Er erhält die Prämie sofort. Steigt der Kurs über den Ausübungspreis, muss er trotzdem zum Ausübungspreis liefern. Die Prämie ist also eine Entschädigung für ein übernommenes Risiko.
Die Gewinnschwelle (Break-even) liegt beim Call beim Ausübungspreis plus Prämie.
Zahlenbeispiel (Illustration)
Eine Aktie notiert bei CHF 100. Ein Call mit Ausübungspreis 100 und drei Monaten Laufzeit kostet 5 je Aktie. Ein Kontrakt umfasst hier 100 Aktien, die Prämie beträgt also CHF 500.
- Kurs bei Verfall 120: Der Käufer kauft zu 100 statt zu 120. Nach Abzug der Prämie bleiben 15 je Aktie, also CHF 1'500. Der Stillhalter verliert diesen Betrag.
- Kurs bei Verfall 90: Die Option verfällt wertlos. Der Käufer verliert CHF 500, der Stillhalter behält die Prämie.
Gewinnschwelle: 105. Vereinfacht, ohne Gebühren, Steuern und Geld-Brief-Spanne (Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs).
Wer den Basiswert besitzt und darauf einen Call verkauft, hält einen gedeckten Call. Mehr dazu im Beitrag über Stillhalterstrategien wie den Covered Call.
Wie funktionieren Kauf und Verkauf einer Put-Option?
Wer einen Put kauft, hält einen Long Put. Er rechnet mit fallenden Kursen oder will einen Bestand absichern. Liegt der Kurs bei Verfall unter dem Ausübungspreis, kann er teurer verkaufen als am Markt. Andernfalls verfällt die Option, und der Verlust bleibt auf die Prämie begrenzt.
Wer einen Put verkauft, hält einen Short Put. Er erhält die Prämie und muss den Basiswert auf Verlangen zum Ausübungspreis abnehmen. Fällt der Kurs deutlich, kauft er teurer, als der Basiswert noch wert ist.
Die Gewinnschwelle liegt beim Put beim Ausübungspreis minus Prämie.
Zahlenbeispiel (Illustration)
Gleiche Ausgangslage: Kurs CHF 100, Ausübungspreis 100, Prämie 5 je Aktie, Kontrakt über 100 Aktien. Gleich hohe Prämien für Call und Put sind eine Vereinfachung.
- Kurs bei Verfall 80: Der Käufer verkauft zu 100 statt zu 80. Nach Abzug der Prämie bleiben 15 je Aktie, also CHF 1'500. Der Stillhalter verliert diesen Betrag.
- Kurs bei Verfall 110: Die Option verfällt wertlos. Der Käufer verliert CHF 500, der Stillhalter behält die Prämie.
Gewinnschwelle: 95. Vereinfacht, ohne Gebühren, Steuern und Geld-Brief-Spanne.
Wie sehen die Auszahlungsprofile bei Verfall aus?
Ein Auszahlungsprofil (Payoff) zeigt Gewinn oder Verlust einer Position am Verfallstag, abhängig vom Kurs. Die Grafik vergleicht die vier Grundpositionen, je Aktie mit Ausübungspreis 100 und Prämie 5, ohne Kosten.
Zahlenbeispiel (Illustration)
Die vier Grundpositionen bei Verfall
Wählen Sie eine Position und verschieben Sie den Kurs.
Ausübungspreis 100, Prämie 5, je Einheit, ohne Kosten. Vereinfachte Darstellung, keine Empfehlung.
Der Long Call bleibt bis zum Ausübungspreis flach und steigt danach. Der Long Put bleibt oberhalb des Ausübungspreises flach und steigt, je tiefer der Kurs darunter fällt. Die Short-Positionen sind jeweils das Spiegelbild. Vor Kosten entspricht der Gewinn der einen Seite dem Verlust der anderen.
| Position | Recht oder Pflicht | Maximaler Gewinn | Maximaler Verlust | Gewinnschwelle |
|---|---|---|---|---|
| Long Call | Recht zu kaufen | nach oben offen | Prämie | Strike plus Prämie |
| Short Call (ungedeckt) | Pflicht zu liefern | Prämie | theoretisch unbegrenzt | Strike plus Prämie |
| Long Put | Recht zu verkaufen | Strike minus Prämie | Prämie | Strike minus Prämie |
| Short Put | Pflicht abzunehmen | Prämie | Strike minus Prämie | Strike minus Prämie |
Die Extremwerte beim Put entstehen, wenn der Kurs auf null fällt.
Käufer zahlen die Prämie. Verkäufer erhalten sie und tragen dafür das Risiko.
Welche Risiken tragen Käufer und Verkäufer?
Risiken für Käufer
- Totalverlust der Prämie: Verfällt eine Option wertlos, ist die gesamte Prämie verloren.
- Zeitwertverlust: Je weiter eine Option aus dem Geld liegt, desto grösser ist grundsätzlich der Wertverlust. Kurz vor Verfall steigt er in der Regel markant.
- Wertverlust trotz steigender Kurse: Ein Call kann auch bei gleichbleibendem oder steigendem Kurs an Wert verlieren. Gründe sind der schwindende Zeitwert, Angebot und Nachfrage oder eine veränderte Volatilität.
- Hebelwirkung: Eine Option kostet weniger als der Basiswert. Kursänderungen wirken sich deshalb stärker auf ihren Preis aus, in beide Richtungen.
Zahlenbeispiel (Illustration)
Im Call-Beispiel steigt die Aktie von 100 auf 120, also um 20 Prozent. Der Käufer gewinnt 15 auf einen Einsatz von 5, das sind 300 Prozent. Bleibt der Kurs bei 100, verliert er 100 Prozent seines Einsatzes.
Risiken für Verkäufer
- Ungedeckter Call: Der Verkäufer besitzt den Basiswert nicht. Der Kurs kann weit über den Ausübungspreis steigen, das Verlustrisiko ist theoretisch unbegrenzt. Die Beschaffung des Basiswerts kann sehr teuer oder unmöglich sein.
- Gedeckter Call: Steigt der Kurs über den Ausübungspreis, entgeht dem Verkäufer der Kursgewinn. Gegen Kursverluste schützt die Position nicht, die Prämie mindert sie nur.
- Short Put: Fällt der Kurs unter den Ausübungspreis, drohen erhebliche Verluste. Sie sind begrenzt, aber hoch: höchstens Ausübungspreis minus Prämie je Basiswert. Bei Lieferung muss der Verkäufer den Basiswert auch dann übernehmen, wenn er kaum verkäuflich ist.
- Sicherheiten und Margin Call: Verkäufer müssen während der Laufzeit Sicherheiten hinterlegen. Reichen sie nicht, kann der Effektenhändler, also die Bank oder der Broker, weitere verlangen. Bleiben diese aus, kann er die Position einseitig schliessen. Verluste können die Sicherheiten bei Weitem übersteigen.
- Ausübung zur Unzeit: Amerikanische Optionen können jederzeit ausgeübt werden, auch in sehr ungünstigen Marktlagen.
Für beide Seiten
Gebühren und die Geld-Brief-Spanne schmälern das Ergebnis. Wer eine Position vorzeitig schliessen will, braucht ein Gegengeschäft. Die Schweizerische Bankiervereinigung beschreibt diese Risiken in ihrer Broschüre «Risiken im Handel mit Finanzinstrumenten» (Ausgabe Juni 2023).
Wo werden Optionen gehandelt, und was ist ein Warrant?
Börsengehandelte Optionen sind standardisierte Kontrakte, nicht als Wertpapier verbrieft. Sie laufen über eine zentrale Clearingstelle. Sie wickelt die Geschäfte ab und tritt als Gegenpartei auf. Optionen auf Schweizer Aktien und auf den Swiss Market Index (SMI) werden an der Eurex in CHF gehandelt (Kontraktdaten Stand Oktober 2026).
- Aktienoptionen am Beispiel Nestlé: Die Aktien werden physisch geliefert, zwei Börsentage nach der Ausübung. Letzter Handelstag ist in der Regel der dritte Freitag des Verfallsmonats.
- SMI-Optionen: Ein Indexpunkt entspricht CHF 10. Die Optionen sind europäisch und werden bar ausgeglichen.
Ein Warrant ist dagegen eine Option in Wertpapierform. In Deutschland und Österreich heisst er Optionsschein. Die Bedingungen legt der Emittent fest, also der Herausgeber des Warrants. Er selbst ist auch die Gegenpartei. Der Wert hängt damit auch davon ab, ob der Emittent seine Pflichten erfüllen kann (Emittentenrisiko).
Fazit: Optionen einfach erklärt
Eine Option trennt Recht und Pflicht. Der Käufer zahlt eine Prämie für ein Recht, der Stillhalter erhält sie für eine Pflicht. Ein Call bezieht sich auf den Kauf, ein Put auf den Verkauf des Basiswerts. Ausübungspreis und Prämie bestimmen, ab welchem Kurs eine Position Gewinn oder Verlust zeigt. Für Käufer ist der Verlust auf die Prämie begrenzt, für Verkäufer kann er ein Vielfaches davon betragen.
Fragen & Antworten
Häufige Fragen rund um dieses Thema, kurz beantwortet.
Kann man mit Optionen mehr verlieren als den Einsatz?
Wer eine Option kauft, verliert höchstens die bezahlte Prämie. Wer eine Option verkauft, kann deutlich mehr verlieren als die erhaltene Prämie, beim ungedeckten Call theoretisch unbegrenzt.
Was passiert am Verfallstag, wenn eine Option wertlos ist?
Die Option verfällt, ohne dass sie ausgeübt wird. Der Käufer verliert die bezahlte Prämie, der Stillhalter behält sie.
Muss man eine Option bis zum Verfall halten?
Nein. Börsengehandelte Optionen lassen sich während der Laufzeit grundsätzlich wieder verkaufen oder zurückkaufen. Bei ausserbörslichen Optionen braucht es dafür ein Gegengeschäft mit der Gegenpartei.
Was ist der Unterschied zwischen einer Option und einem Warrant (Optionsschein)?
Börsengehandelte Optionen sind standardisierte Kontrakte, bei denen die Börse beziehungsweise ihre Clearingstelle (die zentrale Abwicklungsstelle) Gegenpartei ist. Ein Warrant ist ein Wertpapier, dessen Bedingungen der Emittent (Herausgeber) festlegt, und der Emittent selbst ist die Gegenpartei.
Was bedeuten «im Geld», «am Geld» und «aus dem Geld»?
Ein Call ist im Geld, wenn der Kurs über dem Ausübungspreis liegt, darunter ist er aus dem Geld. Beim Put ist es umgekehrt. Am Geld bedeutet, dass Kurs und Ausübungspreis gleich hoch sind.
Quellen
- Schweizerische Bankiervereinigung: Risiken im Handel mit Finanzinstrumenten, Ausgabe Juni 2023, abgerufen am 14. Oktober 2026
- Eurex: Nestlé Equity Options, Contract Specifications, abgerufen am 14. Oktober 2026
- Eurex: SMI Options, Contract Specifications, abgerufen am 14. Oktober 2026
Wichtige Hinweise Information, keine Anlageberatung oder Kaufaufforderung. Anlagen bergen Risiken bis zum Totalverlust; vergangene Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator.
Dieser Beitrag dient ausschliesslich der allgemeinen Information und Bildung. Er stellt weder ein Angebot noch eine Aufforderung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar und ist keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung.
Die Inhalte berücksichtigen nicht Ihre persönlichen Verhältnisse, Ziele oder Ihre Risikobereitschaft. Lassen Sie sich vor einem Anlageentscheid von einer Fachperson beraten.
Anlagen in Finanzinstrumente sind mit Risiken verbunden, bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals. Die vergangene Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Zahlenbeispiele dienen der Veranschaulichung und sind keine Prognose.
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